Pfarrei St. Willibald Möning

Expositur Pavelsbach und Kirche St. Leonhard
 

Die Gegend um Pavelsbach war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Davon zeugen
Spuren einer Besiedlung aus der Jungsteinzeit (ca. 5500 – 2300 v. Chr.), die nordwestlich
der Friedhofskirche an der unteren Heide am Kesselbach gefunden wurden.

Die vorchristlichen Hügelgräber im Waldgebiet der "Stockenau“ gehen auf die Bronzezeit
(ca. 2000 - 1000 v. Chr.) zurück.

Eine gut erhaltene spätkeltische Viereckschanze, südöstlich von Pavelsbach im
Flurbereich „Appel“ in Richtung Dippenricht, zeugt ebenfalls von der Besiedlung
der Gegend bereits vor Christi Geburt.

Das Dorf  Pavelsbach (Bephensbach) wurde 1249 erstmals in der Stiftungsurkunde
(Heinrich IV - Bischof von Eichstätt 1247-1259) des Klosters Seligenporten urkundlich erwähnt.

Gottfried von Sulzbürg (+1259) und seine Gattin Adelheid von Hohenfels (+1250) stifteten
dem 1242 gegründeten Frauenkloster Felix Porta auch Besitzungen in Pavelsbach.

Von 1247 bis 1556 waren in Seligenporten Zisterzienserinnen ansässig.

Pavelsbach ist eine Filiale der Ur-Pfarrei Möning.

1438 wurde die Dorfkirche St. Leonhard in Pavelsbach „neu angefangen“.
Sicher gab es bereits einen Vorgängerbau, über den aber keine Unterlagen vorhanden sind.

Von 1556 – 1626 war Pavelsbach eine eigenständige evangelische und später calvinistische
Pfarrei und auch von lutherischen und calvinischen Pfarrern versorgt.

1556 wurde das Kloster Seligenporten durch den Pfalzgrafen Ottheinrich aufgelöst.
Das 1452 gegründete Franziskanerkloster auf dem Möninger Berg wurde ebenfalls zerstört.

1602 wurde der Friedhof von der Dorfkirche zur St. Cäcilien-Kirche verlegt.

1618-1648 wütete auch in unserer Gegend der 30-jährige Krieg, der viel Elend und Leid
über die Bewohner brachte.

1626 wurde die Gegend wieder katholisch und Pavelsbach eine Filiale der Pfarrei Möning.
 
1735 war die St. Leonhard-Kirche „ruinös und baufällig“. Das Langhaus und der Turm
wurden abgebrochen und nur der Chor und die Hauptmauern blieben stehen.

1736 wurde die Kirche weitgehend neu gebaut. Dies belegt auch die Jahreszahl
im Gebälk des Dachstuhles.

In den Folgejahren wurde die Kirche mit barocken Stuckaturen und Fresken ausgestattet,
die dem Stuckateur Donatus Polli (1663-1738) aus dem Tessin zugeschrieben werden.

Am 18. Juli 1867 wurde Pavelsbach vom Eichstätter Bischof zur Expositur ernannt und
bekam 1871 einen eigenen Seelsorger.
 
1890/1892  wurde eine umfangreiche Innenrenovierung durchgeführt und leider
die ursprünglich vorhandenen barocken Freskenfelder übermalt.

Gleichzeitig wurde aber unsere Kirche zu einem Kleinod besonderer Art, vor allem durch
den Hochalter sowie die beiden Seitenaltäre und die Kanzel, die bis 1848 in der Pfarrkirche
in Brunnen bei Schrobenhausen standen und 1890 für 400 Mark angeschafft wurden.
Diese gelten als hervorragende süddeutsche Rokokoarbeiten, die um 1750 in der Werkstatt
des bekannten Bildhauers und Kunstschreiners Anton Wiest in Schrobenhausen
hergestellt wurden.

Der Kunstmaler Sebastian Wirsching aus Dietfurt malte drei neue Altarbilder und
die Deckenfresken.

Die „alten“ barocken Altäre sind verschwunden; die früheren Altarbilder aus der Dorfkirche
hängen aber seit dieser Zeit in der Friedhofskirche.

1899 wurde eine neue Orgel von der Firma Edenhofer, Deggendorf, angeschafft.

Wiederholte Außenrenovierungen und gelungene  Innenrenovierungen in den Jahren
1937 und 1986  trugen dazu bei, dass die Dorfkirche von den Fachleuten weiterhin
als ein „Juwel des Rokoko“ bezeichnet wird und Besucher zum Gebet einlädt.

1989 ging der letzte Seelsorger, Pfarrer Joseph Burzdzius, in den Ruhestand. Seither
wird die Expositur vom Möninger Pfarrer betreut.

1995 wurde das alte Pfarrhaus von 1871 abgerissen und ein neues modernes Pfarr- und
Jugendheim gebaut.


tr


Die Kirche ist dem Heiligen Leonhard geweiht.

Der Heilige lebte und wirkte im 6. Jahrhundert im heutigen Frankreich. Als Einsiedler
und später als Abt des von ihm gegründeten Klosters in Noblat (Bistum Limoges)
kümmerte er sich besonders um entlassene Gefangene und wurde schon zu seinen
Lebzeiten als Heiliger verehrt. Er starb um 559 und gilt besonders in Süddeutschland
als Patron der Bauern und Fuhrleute sowie Beschützer der Pferde und des Viehs.

Das Patrozinium wird am 6. November gefeiert.


Friedhofskirche

Friedhofskirche St. Cäcilia, Pavelsbach